Bürgerentscheid zu einer Windenergieanlage an der Autobahn
Liebe Bürgerinnen, liebe Bürger,
der Gemeinderat hat einen Bürgerentscheid zu Windenergie beschlossen. Er wird am Sonntag, 8. November, stattfinden. Die Frage lautet:
„Soll die Stadt Heimsheim ihr Waldgrundstück im Windvorranggebiet WE 19 nördlich der Autobahn A 8 für Windenergieanlagen zur Verfügung stellen?“
Die SPD-Fraktion geht auf einige Fragen ein, die bei Info-Veranstaltungen und der Bürgerversammlung am 15. Oktober Thema waren.
Die Stadt Heimsheim hat keinen Einfluss auf die Ausweisung der Flächen. Über die sog. Wind-Vorranggebiete hat der Regionalverband Nordschwarzwald entschieden.
Die vorgesehene Fläche WE 19 umfasst städtischen Wald und eine Offenlandfläche. Letztere liegt deutlich näher an der Wohnbebauung und ist nicht Eigentum der Stadt.
Die Einsparung von CO2 durch Windräder ist mehr als tausendmal höher als die durch die Rodung von Wald verlorene CO2-Aufnahme. Der Klimawandel schädigt unsere heimischen Wälder (Trockenheit, Borkenkäfer, Stürme). Das ist auch in unserem Wald sichtbar. Der Ausbau erneuerbarer Energien ist der wirksamste Hebel dagegen.
Teilweise, aber sämtliche artenschutzrechtliche Gutachten (Kartierung von Vögeln, Fledermäusen und geschützten Flora-/Fauna-Arten) stehen im Genehmigungsverfahren noch an und werden nach strengen gesetzlichen Vorgaben durchgeführt. Die endgültige Positionierung der Anlage wird exakt an die Ergebnisse der Artenschutzprüfungen angepasst. Wenn geschützte Arten nachgewiesen werden, greifen gesetzliche Auflagen (wie Abschaltzeiten bei Fledermausaktivität). Der Klimawandel schädigt die Bedingungen für alle Lebewesen.
Wir begrüßen es, wenn das Windrad Pachteinnahmen für Heimsheim generiert. Gemeinden sind angesichts ihrer Aufgaben für jeden Euro dankbar. Das ist für uns aber nur ein Nebenprodukt des Windrades. Wir wollen weg von fossilen Energien. Mit einer Windenergieanlage leisten wir dazu einen kleinen Beitrag.
Sie ist rund zwei Kilometer von der Wohnbebauung entfernt, so dass uns. Schattenwurf und Schall nicht belasten. Der Zustand dieses Waldes ist nicht gut. Bäume sind durch die Trockenheit, Stürme und Pilzbefall geschädigt. Die Zuwegung durch Verkehr in der Bauphase belastet die Stadt nicht.
KBR gehört zur Koehler-Gruppe, einem sehr großen Papierhersteller. Das etablierte Familienunternehmen verfolgt eine langfristige Nachhaltigkeitsstrategie und ist interessiert daran, den Strom des Windparks direkt abzunehmen, womit die Anlagen unabhängig von staatlicher EEG-Umlage bzw. Förderungen wären.
Es gibt noch keinen Vermarktungsvertrag, dies erfolgt erst am Ende des Prozesses, wenn der Bau der Anlagen genehmigt ist. Die interkommunale Arbeitsgruppe hat Kriterien aufgestellt, u.a. bezüglich Pachtangebot, Kostenübernahme, Ökologie und Beteiligungskonzept. In diesen Punkten hat KBR das beste Angebot gemacht.
Für den Bau des Windrads (Fundament, Kranstellfläche, Zuwegung) wird ein Hektar benötigt (0,25 % des Heimsheimer Stadtwaldes). Ca. 0,5 Hektar werden nach der Bauphase wieder aufgeforstet und renaturiert. Die Zuwegungen werden geschottert.
Die von Windenergieanlagen erzeugten tieffrequenten Schallwellen liegen in typischen Wohnentfernungen weit unterhalb der menschlichen Wahrnehmungsschwelle und sind zu schwach, um Organe zu schädigen. Jüngste, oft in sozialen Medien geteilte Studien, die Infraschall mit Herzerkrankungen verknüpfen, wurden von der Fachwelt wegen schwerer methodischer Mängel widerlegt. (https://www.tagesschau.de/faktenfinder/windenergie-infraschall-100.html ) Eine mehrstündige Autofahrt erzeugt mehr Infraschall als jahrelanger Aufenthalt in der Nähe einer Windkraftanlage.
Voraussichtlich wird es mehrere Windräder rund um Heimsheim geben. Das gemeinsam geplante Vorgehen von Weissach und Heimsheim auf den Flächen WE 19 (Heimsheim) und BB 32 (Weissach) sieht bis zu vier Windräder vor. Falls Heimsheim sich gegen Windenergie entscheidet, wird das Landschaftsbild dort wahrscheinlich trotzdem durch drei Windräder verändert – auf Weissacher Gemarkung. Weissach hat dann den finanziellen Vorteil. Beim Klimawandel ist Optik kein Kriterium. Windräder sind Bestandteil unserer Umgebung wie Felder, Autobahnen und Strommasten.
Wir brauchen beide Technologien, um rund um die Uhr und das ganze Jahr über eine stabile Stromversorgung sicherzustellen.
Windkraft und Sonnenenergie ergänzen sich perfekt und sind effizient. Ein einziges Windrad erzeugt so viel sauberen Strom wie ein ca. 15 Hektar großer Solarpark. Solaranlagen liefern Strom vor allem tagsüber und im Sommerhalbjahr. Windräder erzeugen rund zwei Drittel ihres Stroms im Winterhalbjahr sowie verlässlich nachts.
Der Klimawandel bedroht unsere Lebensgrundlagen. Unsere Energieversorgung ist abhängig von Krieg und Krisen. Der Strombedarf wächst.
Deshalb unterstützen wir als SPD einen Windradstandort auch in unserem Wald.
Weitere Informationen unter KEA Klimaschutz- und Energieagentur Ba.-Wü., Faktencheck Windenergie www.kea-bw.de/erneuerbare-bw/wissensportal/publikationen
Gehen Sie wählen – egal welche Meinung Sie vertreten!
13.11.2026, 19:00 Uhr - 21:00 Uhr Stammtisch
03.12.2026, 18:30 Uhr - 20:30 Uhr Weihnachtsfeier 2026
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